Hans-Hermann Hoppe, "Demokratie - der Gott, der keiner ist"
Hoppe schafft ein diskussionswürdiges und umstrittenes Grundlagenwerk zur Frage des Anarchokapitalismus
Hoppe gelingt in diesem Buch eine glänzende Analyse der Demokratien und ihrer elementaren Schwächen. Überzeugend legt er dar, dass das, was immer wieder als Schönheitsfehler einer eben noch unfertigen demokratischen Ordnung angesehen wird, in Wirklichkeit systemimmanente Fehler sind. Faktenreich und anschaulich legt er dar, dass Demokratie zwangsläufig zu erhöhter Ressourcenverschwendung und zur zunehmenden Totalität der Kriegsführung beiträgt und diese fördert. Hoppe zeigt, dass monarchistische Staatsgebilde wie das habsburgische Österreich-Ungarn von Demokratien wie den USA zwar als "Völkergefängnis" bezeichnet wurden, diesen aber im Grunde genommen überlegen sind. Hoppe wird oft vorgeworfen, seine Analyse sei bei weitem besser als seine eigenen Lösungsvorschläge. Dieses Urteil muss jedem Leser selbst überlassen werden. Er leitet seine Handlungsempfehlungen jedoch konsequet aus seiner Analyse ab. Seine Vorschläge sind in jedem Fall Anstoß für eine Diskussion, um die Schwächen demokratischer Systeme. Seine Lösungen sind gewöhnungsbedürftig, was jedoch nicht an Hoppe, sondern vielmehr an der Gleichgültigkeit liegt, mit der demokratische Gesellschaften ihre Staatsform hinnehmen. Die Praktiken der Demokratien, die bedenkenlos im Namen ihrer Ideologie großes Leid angerichet haben, zeigen jedoch, dass das Wohl der Vielen (und damit im Endeffekt vieler, wenn auch nicht aller Einzelner) in einer Gesellschaft nach dem Muster Hoppes wohl besser geschützt wäre als es eine demokratische Gesellschaft leisten kann.
Literaturangabe:
Hans-Hermann Hoppe, Demokratie - der Gott, der keiner ist, Leipzig 2002.