Jesús Huerta de Soto: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – Markt und unternehmerische Kreativität
von Philipp Bagus
Österreichische Schule? Nie gehört, was ist das? Wer sich in der Vergangenheit mit derartigen Fragen konfrontiert sah, kann jetzt auf ein kurzes in deutscher Sprache erhältliches Werk verweisen. In seinem Buch„Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – Markt und unternehmerische Kreativität“ gibt Jesús Huerta de Soto einen Einblick in die Lehren der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Jene Interessierte, die sich einen Überblick über die Österreichische Schule machen wollen ohne sich gleich eine Abhandlung wie die Misessche „Nationalökonomie“ zu Gemüte zu führen, werden in Huerta de Sotos Werk einen idealen Einstieg finden. Zunächst grenzt Huerta de Soto die österreichische Schule von der neoklassischen Schule ab, in dem er die unterschiedlichen Auffassungen der beiden Ansätze zu Kostencharakter, Wertlehre, Unternehmer, mathematischen Formalismus, Gleichgewichtsanalyse, Prognosen etc. darlegt. Aber das Buch ist weit mehr als eine reine Gegenüberstellung des Österreichischen und Neoklassischen Paradigmas, denn es bietet eine Theoriegeschichte der Österreichischen Schule. Dadurch, dass Huerta de Soto Leben und Werk der wichtigsten Vertreter der Schule wie Menger, Böhm-Bawerk, Mises, Hayek beschreibt, reißt er auch ihr Theoriegebäude mit Ausführungen zur Methodologie, Kapital- und Geldtheorie und ihrer dynamischen Unternehmertheorie an. Auch dogmengeschichtlich Interessierte werden bei der Lektüre dieses Werkes auf ihre Kosten kommen, da Huerta de Soto die Geschichte der Österreichischen Schule von ihren Ursprüngen in der Schule von Salamanca bis zu heute aktuellen Forschungsgebieten aufzeichnet. In diesem Zusammenhang wird auch der unheilvolle Einfluss von Adam Smith beschrieben, der die Ökonomie von der dynamischen, subjektiven Konzeption abbrachte, welche die spanischen Scholastiker begründet hatten. Zudem werden die Debatten der österreichischen Schule mit Vertretern anderer Strömungen wie Schmoller, Marx, Marshall, J.B. Clark und Oskar Lange analysiert. Bei der Lektüre des Buches wird immer wieder deutlich, dass die Ökonomie nur durch eine Rückbesinnung auf den subjektivistischen, realistischen Ansatz der österreichischen Schule sich aus ihrer gegenwärtigen Krise befreien kann. Möge Huerta de Soto´s Buch seinen Beitrag dazu leisten.
Diese Buchbesprechung erschien bereits im EF-Magazin.
Jesús Huerta de Soto: "Die Österreichische Schule der Nationalökonomie - Markt und unternehmerische Kreativität" ISBN 978-3-902466-03-7 , Verlag des Hayek-Instituts, 152 Seiten broschiert, € 19,-.