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6. Juli 2006 Uwe Bergold zu Gast im LvM-Forum

Pressebericht: "Rohstoffsuperzyklen im historischen Kontext"

Am 6. Juli 2006 konnte das Ludwig-von-Mises-Forum um Thomas Rudolf und Markus Schiml in der dritten Veranstaltung in diesem Semester einen der im deutschsprachigen Raum bekanntesten Rohstoff- und Anlageexperten, Uwe Bergold (Bild) von Sal. Oppenheim, begrüßen.

Nach den Vorträgen von Dipl.-Volkwirt Thomas Rudolf und Prof. Guido Hülsmann referierte im voll besetzten Hörsaal der mehrfach ausgezeichnete Vermögensverwalter und Fondadvisor des Mischfond NOAH MIX OP zum Thema „Rohstoffsuperzyklen im historischen Kontext“. Neben einer Vielzahl von Studenten und Dozenten rekrutierte sich ein großer Teil der Zuhörer auch aus externen Privatanlegern und Personen aus der Banken- und Finanzbranche ganz Nordbayerns. Uwe Bergold, der sich als Anhänger der österreichischen Schule der Nationalökonomie sieht, war bereits zuvor mit seinen Studenten von der Fachhochschule Amberg-Weiden, an der er Lehrbeauftragter ist, mehrmals zu Gast bei Veranstaltungen in Bayreuth .

Uwe Bergold lies überraschend großzügig in seine Anlagepraxis blicken und räumte mit dem Klischee einer erfolgreichen „buy-and-hold-Strategie“ für Aktien auf. Vielmehr warnte er die Anleger in nächster Zeit bei ihrer Altersvorsorge überwiegend auf Aktien, Immobilien und Renten zu setzen. Dies könne nur für diejenigen interessant sein, die noch eine lange Restlebenszeit zum Aussitzen ihrer kommenden realen Verluste an den Aktienmärkten zur Verfügung hätten, und verwies auf den zunehmenden europäischen Trend, rechtlich zwingend Rohstoffe als Portfoliobeimischung bei Lebensversicherungen vorzuschreiben. Vor allem hätten Rohstoffe, entgegen der allgemeinen Meinung, ein bedeutend geringeres Anlagerisiko als Aktien und zitierte mehrere Studien.

Dabei betonte der Buchautor, dass der Aktienmarkt nicht zwangsläufig stark korrigieren müsse. Vielmehr zeigte er auf, dass die Orientierung an Börsenindizes zu Fehleinschätzungen verleite, indem nur die nominale Entwicklung abgebildet werde, und die meisten Anleger einer Geldillusion unterliegen. Uwe Bergold propagiert dabei vielmehr seine Strategie eines Absolut-Return-Ansatzes, bei dem Inflation und Wechselkursbewegungen in der Anlageentscheidung berücksichtigt werden müssen. Als Deflationierungsinstrument verwendet er generell den Goldpreis, da dieser erwiesenermaßen den zuverlässigsten Inflationsindikator darstellt. Gemessen an den Börsenindizes gab es historisch gesehen vielfach längere Phasen, in denen der Anleger auf dem Aktienmarkt scheinbar sein Vermögen erhalten oder sogar vermehren konnte. Real betrachtet – also inflationsbereinigt – stellte sich dies als große Fehleinschätzung heraus.

Der Lehrbeauftragte an der Sparkassenakademie zeigte an einer von ihm entwickelten „Säkularen Zyklik“ die historischen Parallelen für das richtige Timing bei einem Wechsel in der Anlageklasse. Der Grund, warum er sich seit 2001 für einen Wechsel von der Aktien- in die Rohstoffanlage entschieden hat, lägenicht zwangsläufig in der hohen Rohstoffnachfrage aus den Emerging-Markets. Vielmehr ist er der Meinung, dass die hohe weltweite Überschussliquidität für den dramatischen Rohstoffpreisanstieg verantwortlich zeichnet, deren Ende über Jahre hinweg noch nicht absehbar ist. Dabei betonte er die hohe Volatilität der Anlageklasse der Rohstoffe und wies darauf hin, dass dieser Aufwärtstrend nicht ohne größere Rückschläge von Statten gehen werde. Vielmehr benötigen Anleger eine enorme Frustrationstoleranz in diesem Bullenmarkt langfristig zu bestehen. Für den Fall, dass man seinen uneingeschränkten Optimismus für die Rohstoffpreisentwicklung nicht teilt, empfahl er zumindest eine Viertelung des Depots – Aktien, Immobilien, Renten und Rohstoffe.

In der anschließenden sehr lebhaften Diskussion unter der Leitung von Markus Schiml distanzierte Bergold sich von sog. "Untergangspropheten", die das Finanzsystem in absehbarer Zeit bedroht sehen und deshalb Rohstoffanlagen in den Vordergrund rücken. Dabei beantwortete Bergold die Fragen eines sehr interessierten Fachpublikums.

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