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17. Juli 2008: Dr. Philipp Bagus aus Madrid zu Gast in Bayreuth

„Papier, Gold und die Qualitätstheorie des Geldes“

Viele neue überraschende Aspekte erfuhren die Zuhörer im letzten Vortrag des Sommersemester 2008 im Ludwig-von-Mises-Forum. Dr. Philipp Bagus, Wissenschaftler am Lehrstuhl des berühmten Prof. Dr. Huerta de Soto, aus Madrid war mit dem Thema „Papier, Gold und die Qualitätstheorie des Geldes“ zu Gast.

Dr. Bagus, der als viel versprechender Nachwuchswissenschaftler der Austrian Economics gilt, mehrere Auszeichnungen und eine Vielzahl von Veröffentlichungen aufweisen kann, hat sich nach seiner Promotion für eine Forschungsreise durch Europa entschieden, wo er u.a. in Santiago de Compostela, Münster, Bayreuth und Prag Station macht. Vor allem die libertäre Ausrichtung des Ludwig-von-Mises-Forums an der Universität Bayreuth hat den Entschluss für die Universität Bayreuth gegeben, wo er auch zusätzlich sehr eindrucksvoll vor den hiesigen Wissenschaftlern über sein Promotionsthema der Deflation referierte. Dabei besteht der Kontakt zwischen Madrid und Bayreuth bereits seit mehreren Jahren.

Dr. Philipp Bagus bei seinem Vortrag an der Universität Bayreuth

Bei seinem Vortrag im Ludwig-von-Mises-Forum ging Bagus anhand der drei ökonomischen Geldfunktionen Tauschmittelfunktion, Wertaufbewahrungsfunktion und Rechenfunktion auf die Qualität des Geldes im Allgemeinen und des aktuell verwendeten Geldes im Speziellen ein. Vor allem der Bezug zur aktuellen Bankenkrise ließ die Zuhörer aufhorchen, da hier die Schlussfolgerungen aus der Sicht von Dr. Bagus sehr wahrscheinlich sind: „Hyperinflation“.

Vor allem merkte Bagus an, dass nach dem Zweiten Weltkrieg neben der Tauschmittelfunktion die Wertaufbewahrungsfunktion und die Rechenfunktion im wissenschaftlichen Focus des Mainstreams völlig untergingen. Vielmehr rückte die Quantitätstheorie des Geldes von Irving Fischer in den Focus der Ökonomen. Die Qualitätstheorie des Geldes wurde seither dagegen ganz vernachlässigt. Vor allem nach der Entkopplung des Geldes von der industriellen Produktion kam es zu einer extremen Qualitätsverschlechterung der Zahlungsmittel.

Auch die Längsschnittanalyse verschiedener FED-Bilanzen aus der jüngeren Vergangenheit zeigte den Zuhörern, wie sich die Qualität des Geldes durch die sinkenden Sicherheiten, die dem umlaufenden Gelde in der Bilanz gegenüber steht, verschlechtert hat. Vor allem in den letzten beiden Jahren. So stieg der Anteil von schlecht unterlegtem Geld in der Notenbankbilanz. In seinem Zukunftsszenario verließ er zwar seine Zunft, die wissenschaftliche Ökonomie, in den Bereich des Unternehmertums, konnte allerdings anhand seines zuvor beschriebenen Modells ein durchaus nachvollziehbares Zukunftsszenario beschreiben.

In der abschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass Dr. Bagus ein Szenario mit Hyperinflation favorisierte. Vor allem sein Ausspruch „Das Wichtigste für den Fortbestand der Zivilisation ist die Schaffung von Wettbewerb im Währungssystem!" sollte etwas Überraschung ob der Deutlichkeit seiner Aussage auslösen. Auf die Frage des Kapitalschutzes in der Zukunft verwies Dr. Bagus auf seine Rolle als Wissenschaftler und nicht als Anlageexperte. Schließlich verriet er aber dem hartnäckigem Publikum, dass er verstärkt den physischen Bereich favorisiere, gleichzeitig aber vor den zu erwartenden hohen Volatilitäten dieses Sektors warnte.

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