20. Dezember 2007: LvM-Forum beim VTAD Regensburg
Markus Schiml in Regensburg beim Verein technischer Analysten Deutschlands
Der Einladung von Richard Mayr, dem Vorstand des VTAD Regensburg, folgte Markus Schiml vom LvM-Forum an der Universität Bayreuth am 20. Dezember 2007. Die Weihnachtsveranstaltung schloss quasi das Börsenjahr 2007 für die organisierten Oberpfälzer Anleger im IBIS-Hotel mit einem Vortrag über die Bubble-Economy mit dem Thema "Asset-Price-Bubbles - Stilisierte Fakten und historische Streifzüge".
Dabei ging Schiml ausgend historischer Erfahrungen und empirischer Untersuchungen auf die Gemeinsamkeiten von Phasen ein, die gemeinhin als Übertreibungen an den Vermögensmärkten bezeichnet werden. Von diesen Parallelen schloss er auf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten. Vor allem im Hinblick auf die Subprime-Krise, deren Ausmaß wohl noch nicht endgültig absehbar ist. Auch wenn die Geschichte zeigt, dass Exzesse an den Vermögensmärkten ausnahmslos durch expansive Geldpolitik begleitet war, sollte auch hier wieder versucht werden, die bevorstehende Intensivierung der Krise mit interventionistischen Maßnahmen von Seiten der Notenbanken in den Griff zu bekommen. Zwar hätte man, so die allgemeine Meinung, von den Verfehlungen der Weltwirtschaftskrise und der Japan-Krise gelernt, in dem man mit der Bereitstellung mit Liquidität keine wertvolle Zeit zu verlieren scheint. Allerdings kann die Krise so nur temporär in die Zukunft verschoben werden.
Wie so oft greift Schiml auf die Theorien und Instrumentarien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie um Ludwig von Mises, Friedrich von Hayek und Hans Sennholz zurück, in dem er in anschaulicher Weise auf der Grundlage der österreichischen Geld- und Konjunkturtheorie seine Schlussfolgerungen aufbaut.
Auch wenn die Modelle von Hayek und Mises vor allem in den 1920er und 1930er Jahren entwickelt wurden, haben die letzten Jahrzehnte mehr Anschauungsmaterial geliefert als der Weltwirtschaft lieb sein sollte. So muss man sich wieder mit Problemen beschäftigen, deren Lösungen man bereits als sicher geglaubt hatte. Und genau das wird eine große Herausforderung im nächsten Jahrzehnt sein. Vor allem für die Geldpolitik gibt es eine enorme Zerreissprobe zwischen Güterpreis- und Asset-Inflation auf der einen und Konjunktur- bzw. Währungsstabilisisierung auf der anderen Seite. Die Taylor-Regel steht somit am Scheideweg.